31.3.16

Erhaltet euch euren Ich-weiß-nicht-Geist

Seit einundeinemhalben Jahr arbeite ich jetzt in diesem kleinen Garten. Viel Energie, viel Freude und Phantasie, viele Wünsche, viele Fehler, kleines und großes Glücklichsein und oft nicht weiter wissen. Wichtig: Wenn etwas nicht stimmig aussieht, gib es weg. Sei mutig! Trau dich! Behalte nicht Sträucher und Pflanzen , die nicht da hingehören. Und wieviele falsche Pflanzen habe ich an falschen Orten gesetzt!? Wieviel Geld das auch gekostet hat! Lehrgeld also. Jetzt weiß ich, wie es geht, wie ich es hätte besser machen können. Ungefähr weiß ich es. Die Richtung. Was wenn ich einen Garten mache und ich benutze nur das was da ist? Gestalte mit den Pflanzen, die der Garten anbietet? Gestalten, nicht vermüllwildern lassen. Steckhölzer, Stecklinge, Samen sammeln im Herbst. Vielleicht von draußen, von unterwegs, vom Wegrand dem Garten Geschenke mitbringen. Flächen freilassen, mal sehen, was da passiert. Wieviele Blumen sind schon jetzt da draußen, die ich nicht gekauft habe, die der Wind? mir geschenkt hat. Die Buschwindröschen würde ich dann aber doch kaufen müssen. Und natürlich die Puschkinien. Die Vergissmeinnicht lassen mich nicht im Stich, die kommen jedes Jahr wieder. Und die Rosen? Ja, die muss man auch kaufen.  Den Sommerflieder habe ich von unterwegs mitgebracht der ist richtig schön, groß und buschig. Die Forsythien hätte ich nicht kaufen sollen. Aber die bleiben jetzt. Also vielleicht weiß ich es immer noch nicht. Wie hat unser Abt in Kyoto immer zu uns Schülern gesagt: Erhaltet euch diesen Ich-weiß-nicht-Geist. 

20.3.16

Vorgarten 20.3.2016

Im Sommer kann ja jeder einen schönen Garten haben. Aber den Sommer habe ich schon im Herbst geplant. Wie sieht der Garten jetzt aus, oder besser wie hat er im März ausgesehen? Ich will die Veränderungen in unserem kleinen Vorgarten jede Woche einmal fotografieren und unter dem Label Vorgarten hier zeigen und dann könnte ich mir nächste Jahr im März ansehen, was so passiert ist.

19.3.16

Kindergartenkartoffelprojekt. Teil 2.

Unser Kindergartenkartoffelprojekt geht weiter. Gestern war ich in Düsseldorf. Auf dem Markt, auf dem Karlsplatz. Da gibt es einen Kartoffelhändler, der hat nur Kartoffeln, aber Leute, ich weiß nicht, vielleicht  hunderte verschiedene Sorten. Kartoffeln, die gar nicht aussehen wie eine Kartoffel. Trüffelkartoffeln zum Beispiel. Und dann Kartoffeln die innen blau, violett, und rot sind. Verschiedene Rottöne. Zum Staunen und Wundern. Ich habe eine ganze Tüte gekauft von all diesen verschiedenen Kartoffeln und auf dem Rückweg bin ich in den Kindergarten gefahren und wir haben uns die Kartoffeln angesehen. Blaue Kartoffeln!, Ihhh, die mag ich nicht. Haben fast alle gesagt. Haste schon mal eine probiert? Ne! ich auch nicht. Nächste Woche machen wir das, dann backen wir Ofenkartoffeln, heute ist schon was Anderes fertig. 
Und zu Hause habe ich dann für die Familie blaue Kartoffeln gekocht. Mit Schale gekocht und dann gepellt und dann, ja.....ich habe dann schon gezögert, ne lila Kartoffel, fast schwarz, trau dich und dann, erstaunlich, die schmeckt richtig gut, anders als die üblichen Kartoffeln, wie anders denn jetzt?, erdiger haben alle gesagt. Stimmt. Beim Kochen haben sie ein bisschen wie rote Beete gerochen, aber GOTTSEIDANK haben sie nicht so geschmeckt. Die Vielfalt, Mannigfaltigkeit, nicht nur bei den Kartoffeln, vorne auf dem Markt, ein Blumenhändler, Kräuter in Töpfen, ich glaube 12 verschiedene Sorten Thymian,  all das macht mir große Freude, was für ein Reichtum!, was es alles gibt!, das Leben ist wunderbar! Ich meine, ich muss das jetzt nicht alles haben, ich werde auch nicht jeden Tag Trüffelkartoffeln essen, allein dass es das gibt, macht mir diese Freude. 
Die Saatkartoffeln von voriger Woche  keimen jetzt im Kindergarten vor sich hin. 4-6 Wochen habe ich gelesen. Wie gesagt, ich bin den Kindern immer nur einen Schritt voraus mit meinem Wissen. Und weil ich ein Zeichner bin, lerne ich, und merke mir alles besser, wenn ich es zeichne. Wie tief pflanzen, wie anhäufeln, welche Erde? Und mit meinen Zeichnungen verstehen die Kinder besser was ich ihnen erkläre, nein nicht erkläre, erzähle, ich erzähle nur, erzähle Geschichten, und um Lewis Caroll zu zitieren, ...welchen Zweck haben schon Geschichten, in denen keine Bilder vorkommen. So ähnlich hat er es gesagt, ich finde die Stelle jetzt nicht. Also bis dann, nächste Woche backen wir Ofenkartoffeln. 
hste Wochenb machen wir das

17.3.16

Wind zeichnen

Ich zeichne, sehe die Häuser, die Bäume.... und dann mit einmal kommt ein Wind in die Bäume und macht ein Geräusch, anders als die Bäume mit dem Wind im Winter machen und ich frage mich, ob ich diesen Wind mit aufzeichnen könnte.

15.3.16

Kartoffeln

Ich bereite mich gerade auf morgen vor. Kartoffeln pflanzen im Kindergarten. Mit den Kindern. Das heißt, zuerst müssen die Kartoffeln vorkeimen. Sagt man vorkeimen? Ich weiß es noch nicht, ich bin den Kindern immer nur eine Stunde voraus. Und trotzdem spiele ich den Lehrer. Den lustigen Lehrer. Also kucken wir uns die Kartoffeln erstmal genau an. Wieso heißen die Flecken an den Kartoffeln Augen? Weil, die Kartoffel kuckt mich immer so blöd an!, hat mal ein Kind gesagt. Wir müssen auch mal Kartoffeln mit Augen zeichnen.  Und die Keime sehen aus wie Hörner. Als ob die Kartoffel der Leibhaftige wäre. Übrigens, die ganze Welt sieht aus wie eine Kartoffel. Stimmt nicht? Dann googled das mal! Noch was: Man darf im Kindergarten keine giftigen Pflanzen anbauen. Es gibt eine ellenlange Liste von Giftpflanzen. Fingerhut, Efeu, Kirschlorbeer, Goldregen, Pfaffenhütchen. Kartoffeln stehen nicht auf der Liste. Sind aber giftig. Die grünen Teile. Hat schon mal jemand gehört, dass ein Kind die grünen Teile von einer Kartoffel gegessen hat und dann ins Krankenhaus gekommen ist? Nächste Woche säen wir Tomaten. Die sind aber auch giftig. Egal.