28.9.15

Voll Mond

Ich bin ja am Montag um 4 Uhr aufgestanden, um den roten Mond zu sehen. Blutrot stand in der Zeitung. Ich weiß nicht, blutrot war der bei mir nicht. Dann so um 8 Uhr habe ich dieses Foto gemacht. So gefällt mir der Mond besser, so sieht er immer aus, wenn ich nachts um 4 Uhr aufstehe, weil ich nicht schlafen kann: Da bist du ja wieder, mein Freund. Wie wärs, ich lese uns ein paar Seiten aus einem Buch vor?  Meistens schlafe ich dann beim Lesen wieder ein. 

26.9.15

Traum

Ich war auf einer Kirmes, und der ganze Rummel  gefiel mir überhaupt nicht. Aber dann war da eine Bude mit einer Wahrsagerin und ich dachte mir, es könnte ja nicht schaden, wenn ich ein bisschen was über meine Zukunft erfahren würde. Die Wahrsagerin hatte sich total geschmacklos wie eine alte Hexe zurechtgeschminkt, wie sie in Wirklichkeit aussah konnte ich mir bei aller Liebe nicht mehr vorstellen. Vielleicht war sie ja ganz attraktiv. Sie verlangte 100 Euro für ein Lebenshoroskop unterstützt durch astrologische Inhalte. Astrologische Inhalte?!  "Mir würde es aber reichen, sagte ich, "wenn ich wüßte, was in der nächsten Woche passiert. Da ist bei mir im Garten einiges zu tun." "Für wen halten Sie mich", antwortete sie, "ich bin doch nicht die Wettervorraussage." "Bei denen stimmt  ja auch nie was. ", sagte ich frech, weil ich immer noch schlechte Laune hatte, "Von der Wahrheit habt ihr doch alle keine Ahnung!" Da warf sie mich raus.  Ich wanderte  aus der Stadt hinaus, verließ den ganzen Rummel und kam an einen einsamen See, Gott sei Dank, und da sah ich, dass es Herbst wurde. Die Blätter fielen massenhaft von den Bäumen und die Bäume sahen plötzlich richtig bedrohlich aus. Ich bekam es mit der Angst zu tun und bereute es,  nicht auf diese alte Kirmeshexe gehört zu haben. Aber da lag am Ufer ein Boot, ein altes japanisches Boot, und ich wußte wer es da hingestellt hatte, für mich hingestellt hatte: Mein alter Freund Hokusai. Wenn ich schon nichts über meine Zukunft in Erfahrung bringen konnte, dann aber wenigstens über meine Vergangenheit. Ich pflückte die letzten Waldblumen am Ufer, stieg in den Kahn und fuhr los.

21.9.15

Skizzenbuch

Die letzten Seiten in dem Buch. Wieder ein Buch fertig gezeichnet. Ein Zeichenbuch. Ein Skizzenbuch. Die Deckel sind schmutzig geworden von Grafitstaub und vielleicht auch Gartenerde und Straßenstaub. Zeichnungen und Notizen. Scheinbar ohne jeden Zusammenhang, sprunghaft assoziativ. Ein echtes Sudelbuch. Aber wenn ich so ein Buch dann manchmal nach einem Jahr wieder durchblättere erinnere ich mich genau: was, wo, wer und wann.

15.9.15

Wenn du es eilig hast, mach langsam.

Rezept für mehr Zeit: 450 gr. Mehl, 1 Päckchen Backpulver, 1 TL Salz, 500 ml Buttermilch,  einen festen Teig kneten, 15 Minuten bei 240 Grad, runterschalten, 45 Minuten bei 190 Grad, zuschauen, wie das Brot braun wird, riechen lernen, zwischendurch aus dem Fenster schauen, was für herrliche weiße Wolken am blauen Himmel, und wo ist mein Bleistift, mein Skizzenbuch?

13.9.15

Le cadavre exquise

Gestern hat es geregnet. Den ganzen Tag. Langweilig. Dann haben Christa und Pauline le cadavre exquise gespielt. Gezeichnet. Und geschrieben: Eine Gießkanne steht mit Klaus in einer Kirche weil sie einen Hexenschuss haben. 

12.9.15

Wenn man die Welt so zeichnet, sieht sie irgendwann auch so aus

Ich suche mir auf meinen Wanderungen durch die nähere Umgebung immer einen Weg aus, wo ich dann diese schönen alten Häuser finde, Herbstfelder, Bäume, Wind in den Bäumen, Feld- und Waldwege, suche einen Weg, wo ich mir selber vormachen kann, dass ich weit draussen in einer idyllisch-ländlichen Landschaft wohnen würde. Notwendiger Eskapismus. Was anderes halte ich manchmal einfach nicht mehr aus.  Es gibt hier ja auch viel ästhetischen Blödsinn zu sehen. Aber da kucke ich dann weg und fange erst draussen bei den alten Häusern an zu sehen, zu zeichnen. Und so sieht mein Skizzenbuch wie ein Märchenbuch aus. 

10.9.15

Jetzt habe ich mir einen neuen Farbkasten gekauft. 24 Farben, 17,90 oder so ähnlich. Schluss mit der Schuhkartonkramkiste und den uralten fünf Restkästen! Die neuen Farben sind auch viel besser. Ehrlich! Aber ich kann damit nicht so gut malen wie mit den alten Farben. Das Geld, 17,90, hätte ich mir sparen können. Ich war mir aber sicher, das mir ein neuer Malkasten helfen würde. Falsch! Was ist nur los mit mir?

8.9.15

Heute morgen

Heute morgen habe ich die Kinder in die Schule gefahren, es war dunkel, trübe, es fing an zu regnen, Herbststimmung, draussen und drinnen, trotzdem: Mach einen kleinen Gang, geh den Weg, den du sonst immer gehst! Krähen in der Luft. Noch mehr Herbststimmung. Das alte verfallene Bauernhaus, im Frühling bin ich da kucken gegangen, da haben sie angefangen es zu renovieren, jetzt ist es halb fertig, schlimm sieht es aus, die schöne Ziegelsteinmauer haben sie mit irgendeinem Styroporblödsinn beklebt, Wärmedämmung wahrscheinlich, und dann haben sie die Wand orange angestrichen. Orange, meine Güte. Etwas weiter ein Bauernhof, wo bald die Quitten reif sind. Einmal hat mir die Besitzerin ein paar  Quitten geschenkt. Für Quittenmarmelade. Rosen und Stockrosen blühen da immer noch. Immer noch, jetzt habe ich es gesagt, der Sommer ist vorbei. Und dann auf dem Rückweg lag ein toter Fuchs am Straßenrand. Von einem Auto überfahren. Ein kleiner, junger Fuchs. Ich habe noch nie draußen auf den Feldern oder im Wald einen Fuchs gesehen! Noch nie! Ich wußte gar nicht, dass es hier wo wir leben Füchse gibt! Und jetzt liegt einer tot am Straßenrand. Was wäre das, wenn mir einmal unterwegs ein Fuchs über den Weg laufen würde! Oder mich ein Stückchen begleiten würde. Das wär was. Ich geh jetzt nach Hause, verkrieche mich da und lese ein dickes Märchenbuch mit vielen Bildern. Manchmal hilft mir das.

6.9.15

Apfelblüte

Im Sommer habe ich den Apfelbaum gepflanzt. Keinen Pflanzschnitt machen, sagt der Mann im Gartencenter. Ich war mir sicher, man müßte doch einen Schnitt machen, habe es aber nicht gemacht, weil der Mann ist schließlich Fachmann. Und dann wurden alle, wirklich alle Blätter gelb und braun und die Äpfel, die schon da waren sind abgefallen. Dann habe ich den Baum doch beschnitten und wenn es nix wird, werfe ich ihn in Frühjahr auf den Müll, habe ich mir gesagt, und jetzt blüht er, hat auch viele neue grüne Blätter. Drei Äpfel noch dran. La speranza è l'ultima a morire.

4.9.15

So einer bin ich also!

Wie oft bin ich schon hier oben gestanden und habe aus dem Fenster geschaut und gezeichnet! Und immer noch gibt es was Neues zu entdecken. Beim Zeichnen ein unwillkürlicher Gedanke: So einer bin ich also! Gut so.

Für Menschen ist die Bedeutung für das, was sie nicht sehen können ausserordentlich wichtig.


Prof. Dr. Soshu Sen, Teemeister: "Dann hat man einen Teich gebaut, der zu einem grossen Fluss wird. Aber man darf kein Wasser in diesen Teich füllen. Wenn man Wasser hineinfüllt, dann ist es nur das Bild eines Teichs. Aber wenn man ihn mit Steinen füllt, als Abbild von Wasser, kann man in ihm das Meer, den Ozean sehen. Wenn man Wasser hineinfüllt und Karpfen darin hällt, dann ist es nur ein Teich. Deshalb darf man es auf keinen Fall konkretisieren. Für Menschen ist die Bedeutung für das, was sie nicht sehen können ausserordentlich wichtig." Ungefähr auf 34 Minuten.

Pflasterarbeiten

Wann haben wir das gemacht? Vor 14 Tagen ungefähr. Da gibt es im Kindergarten um die Rutschbahn herum einen Weg, eine Rennstrecke für Dreiräder mit Stützrad und Buggys und andere Rennfahrzeuge und der Weg ist holprig und nach Regen ungefahrbar und musste gepflastert werden. Ein Gärtner ist gekommen, der weiß wie man so was macht und der auch erklären kann, wie man so was macht, wenn man es noch nie gemacht hat und ich durfte dabei sein und helfen. Wir haben Steine gesammelt, alte und neue, Kunstkeramiksteine und Pflastersteine, alles durcheinander. Ganz schön anstrengend, mit der Spitzhacke den Weg aufgraben, Sand schaufeln und Kies verteilen, dann die Steine einhämmern mit dem Gummihammer, genau sein, mit der Wasserwaage kontrollieren, verfugen, eine richtige Arbeit wars, aber ich bin da nicht müde geworden, ich hätte gerne eine ganze Woche weiter Wege gepflastert. So was ist ja auch wunderbar langweilig. Ich sitzte da mit einer dreckigen Hose, im Sand, neben mir die Steine, auf dem Hügel die Kinder die zuschauen: Was macht ihr da?, hundert Mal die Frage an dem Tag, 99 Mal geduldig beantwortet. Flow, Aufgehen im Tun, tolle Arbeit, schöner Tag.

3.9.15

Und immer noch binde ich mir meine Skizzenbücher selber.

Spaziergang mit Albrecht Dürer und Schuheputzen im Garten

Gestern morgen kam Albrecht Dürer vorbei und wir haben zusammen einen kleinen Spaziergang gemacht. Dürer sagte, ihm gefielen meine Zeichnungen schon, obwohl er sähe, dass ich mir dabei nicht allzuviel Mühe geben würde."Was ganz leicht ist, kann auch nicht sehr kunstreich sein. Was aber kunstreich ist, das will Fleiß, Mühe und Arbeit haben", sagte er. Ich wollte ihm nicht wie schon so oft  in diesem Punkte widersprechen, ich meine, man kann immer noch was von dem Alten lernen, aber so wie er will ich halt auch nicht leben. Als er gegangen war, bin ich in den Garten gegangen und habe meine ollen Schuhe geputzt und weil so schönes Wetter war habe ich halt auch noch meine besten Schuhe geputzt und weil immer noch  die Sonne schien, ein leichter Wind ging, habe ich mal großzügig für alle im Haus die Schuhe geputzt. Merkt sowieso keiner. Bis bald.

2.9.15

Schnibbelsbohnen

So mein Linux Think Pad ist wieder da. War eine Woche in der Reparatur. Das heißt eigentlich nicht, weil der Reparaturmeister hatte keine Zeit das Ding auch nur mal aufzumachen. Hallo! Das ist doch voll ärgerlich! Also habe ich ihn gestern abgeholt. Und wer repariert es mir jetzt? Keine Ahnung! Ich weiß jetzt nicht mehr weiter! Und in meiner Verzweiflung habe ich das Scheißding unterwegs aus dem Autofenster geworfen. Ne, hab ich natürlich nicht gemacht. Zu Hause sagt mein Sohn, der ist ein grandioser Reparierer, warum hab ich den nicht zuerst gefragt, sagt er, kann ich mal kucken, was da kaputt ist? Ja klar, sag ich, mache das Ding an und alles funktioniert einwandfrei. Ja, sagt der Amon, da weiß ich auch nicht, was ich da machen könnte. Boah, das is doch noch ärgerlicher! Eine Woche in der Reparatur und dann war der gar nicht kaputt? Irgendwas mach ich falsch. 
Die ganze Woche habe ich  überlegt. Ich war sogar kurz davor mir ein Mac Book zu kaufen. Habe mich beraten lassen. Die neuen Mac Books haben ja keine Festplatte mehr. Tolle Sache! Die haben einen Flash. Ich hatte auch einen Flash. Einen Flash Back, sozusagen. Und einen AMC 70012 und 17 BITS Soundgrafikkarte und wireless ist sowie das ganze Ding und einen cpu 3000 braucht man gar nicht mehr,die haben 120 Watt mit einer graphischen Oberfläche mit Meerblick, eine CD ist schon drin, ich glaube von den Beatles,  apple studios, und dann ist noch ein systematischer Bus eingebaut, Baby you känn lite mei fire,  ich weiß nicht redet da noch der Verkäufer oder schon der Computer? Und ein Fluffy duffy Kabel brauche ich auch nicht, wenn ich mich nur in der Apple Welt aufhalte. Da bin ich gegangen. Draußen hat es geregnet. Ich bin dann zu Fuß nach Hause, habe mich in der richtigen Welt mal richtig nass regnen lassen . 
Was haben wir sonst noch gemacht? Schnibbelsbohnen. Siehe unten .