27.12.15

Wenn ich einen Garten hätte


Ich finde, wir sollten auch noch mal unser schönstes Pop Up Buch zeigen. Ich weiß, das war schon einmal hier aufm Blog. Trotzdem.

Ich wäre gerne ein Hund, dann könnte ich fliegen. Häh?


Vorgestern war ich mal wieder auf der Seite von BOOKMAKING WITH KIDS. Eine tolle Seite. Wenn ich ein neues KinderBuchProjekt vorbereite, dann kucke ich immer bei BOOKMAKING WITH KIDS vorbei. Cathy Miranker macht in San Francisco tolle Künstlerbücher mit Kindern. Und weil mir diese einfachen Pop Up Bücher so gefallen, habe ich mit der Pauline schon mal selbst ein Buch gemacht. "Wenn ich ein Tier wäre", heißt unser Buch. Das Video ist nicht gut geworden, ich kriege das nicht besser hin, trotzdem, und weil man die Schrift nicht lesen kann, schreibe ich die schönsten Tierwünsche auf:
Ich wäre gerne eine Schlange, dann müßte ich mich nicht mehr hinten anstellen.

Ich wäre gerne eine Maus, dann könnte ich wie ein Rauchmelder piepen.

Ich wäre gerne eine Vogel, dann könnte ich bis zu den Wolken fliegen und alles überblicken.

Ich wäre gerne ein Hund, dann könnte ich fliegen (Häh??)

Ich wäre gerne eine Ameise, dann hätte ich viele Freunde.

Ich wäre gerne eine Maus, dann könnte ich mich, ohne dass es einer merkt in ein Zimmer schleichen und meine Eltern belauschen.

Ich wäre gerne ein Fisch, dann müßte ich mich nicht mehr waschen.

Ich wäre gerne ein Pferd, dann könnte ich auf der Straße aa machen.

Das schöne an diesen Büchern ist, dass man am Tisch sitzt, gemeinsam sich was ausdenkt, lustig bis albern, und die Pop Ups sind in einer Stunde fertig. Am nächsten Tag haben wir dann alle Zeichnungen ausgemalt, das war dann auch schön. Also, danke an BOOKMAKING WITH KIDS und CATHY MIRANKER. HIER steht ganz genau, wie man die Pop Up Künstler Bücher macht. HIER auch.

22.12.15

Noch mal: Fröhliche Weihnachten


So was kann man nur machen, wenn man von Mechanik und Technik, oder ist das dasselbe?, wenn man davon null Ahnung hat.

Fröhliche Weihnachten

Hexenschuss. Ibuprofen 400mg, einmal am Tag, eine ganze Woche lang. Nutzt nix. Is ja klar, sagt der Doktor, 3 mal 600 mg. Mindestens. 3x 800 geht auch noch, aber dann kannste nich mehr Auto fahren. Ich kann dir aber auch eine Spritze geben. Als ich aus der Praxis raus war, konnte ich wieder tanzen. Mann! Warum nicht gleich so?! Warum sagt mir das keiner? Jetzt räum ich das Haus auf. Und packe die Weihnachtsgeschenke ein. Und geh erstmal nicht in den Garten. Dieser blöde Ranunkelstrauch! Über der Erde vermickert der und unter der Erde voll die dicken Wurzeln. Mit einem normalen Spaten und einer Grabegabel ist da nix zu machen. Ja, Pustekuchen, das wollen wir doch mal sehen, so was ärgert mich total, weil ich ja auch eine schöne Idee hatte, was da anstatt hinkommt, also noch mal mit aller Kraft und dann bricht zuerst der Spaten durch, ehrlich, ich denke mir das doch nicht aus, und dann bricht mein Kreuz durch. Füllt sich jedenfalls so an. Hexenschuss. Wie gesagt. Jetzt räum ich das Haus auf. Hab ich auch schon gesagt. Also, fröhliche Weihnachten.
Himbeeren. Immer noch Himbeeren am Strauch. Ich meine die Rosen treiben auch schon wieder aus, eine Blüte hat der Strauch schon, Primeln sowieso, und überall dicke Knospen, jetzt schon. Ob es noch mal Winter wird?

21.12.15

Weihnachtsgeschenke

Weihnachtsgeschenke. Ich habs ein bisschen anders gemacht, wie immer, aber die Idee, der Bau- und Arbeitsplan ist von Barbara Mauriello.

15.12.15

Geliehene Landschaft

Die geliehene Landschaft. Eine Erfindung japanischer Gärtner. Der Garten wird an einer Seite geöffnet, kein Zaun, keine Hecke, ein weiter Blick bis zum Horizont. Und das keiner unbefugt in den Garten gelangen kann, am Ende des Grundstücks, rechtwinklig gerade nach unten ein Graben, den man vom Garten aus nicht sieht, den von aussen niemand rauf kann. Heute morgen als ich in unseren Garten sehe, habe ich mir da eine japanische Landschaft aus der Zeit von Meister Hokusai gewünscht.

13.12.15

Zwei freundliche Zwillingshunde

Wir sind wieder gesund. Na ja, so ungefähr. Pauline geht wieder in die Schule und ich gehe wieder um die Häuser. Einmal um den Pudding, wie man hier sagt. Wenn ich an dem Sand und Kieshandel vorbeikomme, liegen da hinter einem stabilen Drahtzaun zwei Hunde, große kräftige Huskys. Sehen sich total ähnlich, wie Zwillinge. Bewegen sich auch vollkommen synchron. Wenn ich da ankomme, kommen sie zum Zaun, schauen mich an, ich kann da vorbeigehen, ohne dass sie mich verbellen, gehen ein Stück mit mir mit und schauen mir nach. Aber wehe ich bleibe an dem Zaun einmal stehen und fange eine Plauderei mit den beiden an. 

12.12.15

Nistkästen und Futterhäuser

So einen Nistkasten für Meisen bauen wir nach Weihnachten im Kindergarten. Und ein Futterhaus für die Eichhörnchen. Im Kindergartengarten flitzen immer ein paar Eichhörnchen die Bäume rauf und runter. Und ein Igelhaus haben die Kinder sich gewünscht. Das ist aber zu spät. Die Igel sind schon im Winterschlaf. Ne, doch nich bei diesen Temperaturen. Wir bauen trotzdem ein Igelhaus. Und eine Reihensiedlung für Haussperlinge. Ich habe gerade so einen schönen Schwung ich könnte jeden Tag zwei Holzkästenhäuser bauen. Außerdem hat uns jemand im Kindergarten Holz geschenkt. 

10.12.15

Freude durch Zeichnen durch Freude

Manchmal kann ich nicht zeichnen. Oder ich will nicht, hab keine Lust zu zeichnen. Obwohl ich eigentlich lieber Lust hätte zu zeichnen. Weil es mir dann besser geht. So nach einer halben Stunde zeichnen kann ich wieder sehen und hören, dass das Leben schön ist. Aber manchmal geht es nicht, weiß der Teufel, was da los ist. Aber die letzten drei Tage, trotz erkältet und müde, geht es wieder. Was mich das freut!

Gartengeschichten

Aus dem Buch hier drüber: "In Freiheit mit Blumen, Büchern und dem Mond-wer könnte da nicht glücklich sein?" Oscar Wilde
insel taschenbuch 4375

9.12.15

Aus dem Fenster kucken

Wir bleiben zu Hause. Wir sind erkältet. Nix Schlimmes, aber wir bleiben besser zu Hause. Erholen uns. Lesen und zeichnen. 
Gestern habe ich ein Futterhaus für Eichhörnchen gebaut, an der Akazie aufgehängt und Nüsse, Walnüsse da rein getan. Ein paar auf der Wiese davor verstreut. Jetzt kucke ich lange aus dem Fenster: Kommt schon ein Einhörnchen? Ne, das dauert bestimmt, bis die das bemerkt haben. Die Meisen kucken sich das neue Futterhaus an, versuchen, das Dach anzuheben, zu schwer. Euer Futterhaus ist jetzt auf der anderen Seite vom Garten! Neben dem Sommerflieder! Was gibt es noch zu sehen? Nichts, eigentlich gar nichts. Nix Besonderes. Gut so. Wir erholen uns.  Jetzt kucke ich schon Stunde so und entdecke immer wieder was Schönes, was Neues. Im Garten?

8.12.15

Hyazinthen

Ein Albtraum heute Nacht. Dann im Flur, auf der Treppe nach unten, im Dunkeln, von der Fensterbank, der Duft von Hyazinthen.

5.12.15

Manchmal helfen ja Lieder

Fertig. 220 Postkarten, handgedruckt, Weihnachtskarten für die Montessori Grundchule. Gestern, Kinder die tolle Bilder erfunden haben, aber auch alle Stophen von Schneeflöckchen, Weißröckchen singen konnten. Und dann frage ich mich, nur mich, nicht die Kinder, was das ist, was ich da mache. Ich meine, ich schau ja auch die Nachrichten, was da los ist in der Welt, was berichtet wird, was nicht berichtet wird, wie berichtet wird, und wer genau weiß was zu tun ist, weil er weiß, was richtig und falsch ist und wer es schon immer gewußt hat, und dann die Bilder der Menschen, der Kinder, und ich mache in einer Grundschule ein LiteraturKunstProjekt. Das ist totaler Eskapismus! Weltflucht! Wir verschließen die Augen vor dem was da in der Welt passiert! Oder? Was ihr schreibt, zeichnet bestimmt ihr, habe ich den Kinder gesagt. Zwei Kinder haben Engel, Engel!, gezeichnet, die sich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft sprengen. Aber dann denke, spüre ich, ich muss  das weitermachen, doch das zählt, gilt, gegen all diesen barbarischen Wahnsinn. Linolschnitte, Farbe ausrollen, kuck mal, andrucken, zeichnen und schreiben. Gestern stand in der Zeitung ein Zitat, ich finde die Zeitung nicht mehr, es war ein Zitat von einem Musiker der Gruppe Pur, der gefragt wurde, was er denn glaube, was der Beitrag der Künstler zu der Flüchtlingskrise sei und er hat geantwortet: "Manchmal helfen ja Lieder." Danke.

3.12.15

Frohe Wein-Nacht

So ises ja auch. Viele Menschen haben an der Fest der Feste zu hohe Erwartungen, wir alle können das jeden Tag in der Zeitung lesen. Und dann gibt es am Heiligabend Tränen statt Zimtsterne. Na ja.

2.12.15

Lieber Herr Bürgermeister, alles Gute zu Weihnachten

220 Weihnachtskarten verschickt die Montessori Schule. Heute habe ich mit ein paar Kindern angefangen die zu drucken. Polystyroldruckplatten. So ähnlich wie Linolschnitt. Aber ungefährlicher. "An wen verschickt die Schule denn 220 Weihnachtskarten!?", haben die Kinder mich gefragt. 
"An alle wichtigen Leute in der Stadt! Ganz bestimmt auch an den Bürgermeister", habe ich gesagt. 
"Können wir denn auch welche für uns machen, zum mit nach Hause nehmen?" 
"Ja klar!" 
Dann haben die Kinder immer gesagt, "Die ist für den Bürgermeister, jetzt mach ich noch eine für mich." 
"Du hast aber erst 3 für den Bürgermeister gemacht!" 
"Gar nicht! Ich hab ja schon 5 Schneemänner für den Bürgermeister gedruckt." 
"Klaus, dürfen wir auch da drauf schreiben, lieber Herr Bürgermeister, alles Gute zu Weihnachten?" 
"Ja klar, kannste machen. Aber die ist dann für dich, zum mit nach Hause nehmen." 
"Die schickst du nicht dem Bürgermeister? Dann mach noch einen Weihnachtsengel." So eine lustige Truppe war das heute morgen.

30.11.15

Wer zeichnet eigentlich, wenn ich zeichne?

Eigentlich wollte ich gar nicht so zeichnen. Ich wollte auch nicht diesen Weg gehen. Mieses Wetter und schlechte Laune. Und dann geh ich am Bahndamm entlang! Schlimm! Fange an zu zeichnen, und auf dem Papier entsteht was, und eigentlich hatte ich mir was ganz anderes vorgenommen, aber dann entsteht was, und was?, schau mal zu, wie es zeichnet!, lass es mal so, also, wer zeichnet eigentlich wenn ich zeichne?   

28.11.15

Bilder und Geschichten von Engeln

Vier Tage war ich jetzt in der Montessori Grundschule. Bilder und Geschichten von Engeln. Was ist das, ein Engel? Gibt es die in Echt? Wenn es die nicht gibt, wie sehen die dann aus? Hat schon mal jemand was erlebt, wo ein Engel dabei war? Hat zu dir schon mal jemand gesagt: Du bist ein Engel? Oder: Dich schickt der liebe Gott? So was habe ich die Kinder gefragt, über so was haben wir uns was erzählt. Und dann habe ich die Fragen und die Antworten an die Kinder frei gegeben: Jeder eine Geschichte, ein Bild , wo ein Engel mitspielt. Großartig und überraschend, wie verschiedenartige Geschichten entstanden sind. Immer auch Geschichten, wo einer gestorben ist und ein Engel hat ihn zu Gott in den Himmel gebracht.  Das auf der Wolke ganz oben ist mein Opa, der passt jetzt auf mich auf.  Und warum hat der schwarze Flügel? Ja, weil das  traurig ist, dass der gestorben ist und ausserdem kann ich den dann besser von unten sehen. Ein paar böse Engel gibt es in jeder Klasse. Einmal gruselige Gestalten, virtuos gezeichnet, wie Aliens, zerfetzte Gerippe, in schwarz, unkenntlich die Gesichter und später erst zeichnen die Jungs die Guten dazu. Und die gewinnen dann auch den Kampf. Gott sei Dank.  Einige Kinder zu Anfang zögerlich: Kann ich denn auch zuerst ein Bild malen und dann eine Geschichte schreiben? Mir fällt noch nichts ein.  Ich merke, immer steht dahinter: Ist das richtig so? Ich sage dann flapsig und falsch: Wir machen hier ein echtes Kunstprojekt, da kann man gar nichts richtig oder falsch machen. Auch keine Rechtschreibfehler? Ne, die auch nicht. Alles was du jetzt machst, ist toll. Auch ein Krikelkrakerlbild mit Quatschgeschichte? Mir würde das gefallen, sage ich dann. Aber würde es dir auch gefallen? Ne!   So sage ich das. Aber nicht nur den Kindern. Immer wieder, immer noch muss ich das auch mir sagen: Richtig und Falsch gibt es jetzt nicht. Woher habe ich das, wer hat mir gesagt, ein Bild eine Geschichte könne richtig oder falsch sein? Die Schule? Die Eltern? Die Erwachsenen? Eine Geschichte darfst du erst schreiben, wenn du die Rechtschreibung beherrschst. Malen, zeichnen erst wenn du richtig zeichnen kannst. Perspektive, Licht und Schatten, Farblehre. Ich kenne Erwachsene die laufen schon seit Jahren zum Malunterricht, ohne jemals sich auf die Suche nach einem eigenen Bild gemacht zu haben. Und Leute die Jahrzehnte lang Tonleitern üben, ohne bei zum Beispiel einer Weihnachtsfeier Oh du Fröhlich zu begleiten. Und jetzt die vier Tage in der Schule, in vier verschiedenen Klassen, seh ich, wie reich, wie anarchistisch, wie überraschend die Phantasie der Kinder ist, wenn man gleich zu Anfang einen Freiraum einen Spielraum aufmacht, wo alles möglich ist, toll ist, gesehen und bestaunt wird, wo oft laut gelacht wird . Und geweint: Mein Hund ist gestorben. Is schon lange her, aber ich muss immer noch weinen, wenn ich an ihn denke. Alle haben das verstanden. Keiner hat gelacht über den der in der Klasse weint.       

27.11.15

Gartentrottel

"Eine Königskerze! Jetzt! Ich meine heute! Heute hab ich sie entdeckt" 
"Schön, Klaus." 
"50 Zentimer hoch. Zwei große gelbe Blüten. Im Winter, stell dir mal vor!" 
"Ja, Klaus, is schön, aber hat es ja bestimmt schon mal gegeben."
"Die blüht jetzt, also heute, ich meine heute habe ich sie entdeckt, hinter dem abgeblühten Sommerflieder, eine kleine Königskerze. Die wächst da bestimmt schon länger. 50 Zentimeter hoch!"
"Boah, kannste jetzt mal aufhören, mit deiner Königskerze!"
Wenn man eine Zeit lang im Garten gearbeitet hat, dann wird man irgendwann unvermeidlich ein fröhlicher Volltrottel. Gut so.