29.1.14

Malspiele in der Villa Sonnenschein

Drei neue Bilder, drei neue Malspiele haben wir heute gemacht. Ein Spiel ging so: Jeder bekommt eine Farbe und schreibt auf die Leinwand irgendwo wo Platz ist seinen Namen. Oder ein anderes Wort oder nur Buchstaben.

 
Jetzt habe ich aber auf die Leinwand so Klebestreifen geklebt. Malerkreppbänder. Die haben wir dann abgezogen. 


Und dann haben wir in die weißen Zwischenräume weiter geschrieben. Immer musste man aufpassen, dass man nicht wo drübermalt.
Und dann hatten die Kinder die Idee, wir kleben das noch mal ab und malen nochmal das gleiche Spiel. Also hole ich am Freitag morgen die getrockneten Bilder ab und grundiere die nochmal und dann kucken wir nächstes Mal, wie das Bilder weitergeht. Eigentlich könnten wir endlos so weiter malen. Immer wieder nochmal abkleben, grundieren und neu malen. Die Leinwände halten das ja aus. Man spart natürlich auch jede Menge Geld. So eine Leinwand kostet ungefähr 10 Euro. Na ja. Noch was: Schön wars heute wieder.

27.1.14

Wenn ich einen Garten hätte

Gleich gehe ich in die Montessori Schule. KinderBuchKunst. Heute will ich mit den Kindern ein Gartenbuch anfangen: Wenn ich einen Garten hätte. Ein Pop up Buch. Seit Weihnachten denke ich darüber nach. Ich habe von pop up Büchern wirklich nur ein ganz kleines bisschen Ahnung. Eigentlich überhaupt nicht. Im Internet gibt es tolle Anleitungen. Wenn man diese Arbeit eine Zeit lang macht, dann hat man den Vorteil, dass man ganz genau weiß, an welcher Stelle in so einem Vorbereitungsprozeß man ist. Bislang habe ich eigentlich nur die Anleitungen aus dem Internet kopiert. Nix eigenes. Und also auch nichts , was ich so den Kindern vorstellen könnte. Das machen die Kinder nur, wenn ich sie durch solche Anleitungen heftig durchschubse. Wie kann ich den Vorgang einfacher machen? Poetischer auch? Kindlicher? Was ist ein Grundmechanismus der Pop up Bücher? Am Freitag Abend habe ich noch mal nachgedacht, habe ausprobiert, bis spät in die Nacht und ich glaube, ich weiß jetzt, wie den Kindern und mir, die Arbeit viel mehr Spaß machen wird: Bild hier drüber. Es war echt spät, als ich diesen Blumengarten fertig hatte und ein bisschen müde war ich und da hatte ich plötzlich die Phantasie, wenn jetzt der Paul Klee reinkäme, würde dieses Blumenfeld sehen, dann würde dem das gut gefallen.

25.1.14

In der Zicke

Heute morgen waren wir wieder einmal in der Zicke. Zum Frühstück. Brechend voll wars, aber eine tolle Atmosphäre. Als ob nur Freunde da wären.

24.1.14

Wie Hokusai und ich uns kennengelernt haben

Ich werde gefragt: Woher weißte  eigentlich, dass Hokusai mit Basho in Aix war? Ganz einfach. Ich weiß es von ihm selber. Hokusai ist ja, und das kann man nun wirklich im Internet nachlesen, Hokusai ist ja nach seinem Weggang aus Japan ganz in meine Nähe gezogen. Wir sind uns zufällig auf der Straße begegnet. Er ist mir zuerst aufgefallen, weil Hokusai irgendwie eine große Ähnlichkeit mit mir hat. Rein äusserlich, meine ich jetzt. Und wie ich ihn so anstarre, merke ich, wer das ist und spreche ihn an. Wir sind dann ein bisschen ins Plaudern gekommen, von Hölzchen auf Stölzchen, wie man hier am Niederrhein sagt, und da erwähnt Hokusai, dass er auf dem Weg zu einem Friseur wäre und ob ich nicht einen in der Nähe wüßte, weil er ja ganz neu hier ist. Ich erzähle ihm, dass ich das immer selber mache, mit einer Haarschneidemaschine. Ich habe mir die vor vielen, vielen Jahren mal gekauft, es ist eine von AEG, aus der 1500er Serie, die ist immer noch prima in Ordnung, nur ein bisschen lauter ist sie mit der Zeit geworden. Und da fragt mich Hokusai, ob ich ihm nicht auch die Haare schneiden könne, weil: " Bei dir sieht das doch ganz gut aus", sagt er. Ja, so haben wir uns kennengelernt und seitdem kommt der berühmte japanische Maler Hokusai so alle 14 Tage zu mir zum Haareschneiden. 
"Die 20 Euro fürs Haareschneiden können wir doch besser ausgeben", sagt er dann und läd mich regelmäßig nach dem Haareschneiden zu Kaffee und Kuchen in eine kleine aber sehr feine Konditorei bei uns um die Ecke ein. Die machen eine hervorragende Kirschtorte. Fehlen nur noch die Kirschblüten. Den Spiegel den Hokusai in dem Bild hier drüber in der Hand hält, um seinen Haarschnitt zu kontrollieren, hat Hokusai aus Aix en Provence mitgebracht. Der Spiegel soll angeblich aus der berühmten "Companie francaise du cristal Daum" stammen. Sagt Hokusai. Ich glaube aber, der will mir da einen Bären aufbinden. Man muss ja nur mal "Companie francaise du cristal Daum" googlen, dann weiß man doch sofort, dass das ne absolute Quatschgeschichte ist.

23.1.14

Hokusai und Basho in Aix en Provence, Department Bouches-du-Rhone.

Die Zeichnung hier drüber zeigt den japanischen Maler Hokusai zusammen mit dem japanischen Dichter Basho bei einem gemeinsamen Besuch in Aix en Provence im französischen Departement Bouches-du-Rhone zur Zeit der Kirschblüte. Hokusai hatte sich zu der Zeit einen Vollbart wachsen lassen, nach Art der damaligen französischen Mode. Wer der Herr links in dem schwarzen Jackett ist, habe ich noch nicht rausbekommen. Ich vermute aber, dass es ein Vertreter der Stadt, möglicherweise der Oberbürgermeister selbst ist, der mit Hokusai und Basho höchstpersönlich eine Stadtführung macht. Die beiden sind damals in einem kleinen Hotol in der Rue Merindol 32 abgestiegen (siehe das Schild an der Hauswand ganz links). Jetzt höre ich gerade eine Stimme aus dem Hintergrund, das alles sei doch erstunken und erlogen, weil Hokusai und Basho hätten ja nicht zur gleichen Zeit gelebt. Hallo!! Die beiden sind doch noch gar nicht gestorben!!

22.1.14

Malspiele in der Villa Sonnenschein

Vorige Woche habe ich mit den Kindern angefangen Frühlingsbilder zu malen. Flecken, Kreise, Blütenblätter, ein freies Spiel mit organischen Formen und mit Farben. Ich habe diese Bilder mit nach Hause genommen, habe mit Malerkrepp die Leinwände abgedeckt, die gemalten Formen der Abdeckung wiederholend. Die Leinwand habe ich nochmals grundiert und heute haben wir das gleiche Malspiel nochmal gemacht.
Dann haben wir die Abdeckungen, das Malerkreppband vorsichtig von der Leinwand herunter geknibbelt. Das hat uns am meisten Spaß gemacht. Das Bild von voriger Woche ist wieder da, verwebt sich mit dem Bild von heute, ein ganz neues Bild, große Überraschung.
Hier drunter das fertige Bild. Drei solcher Bilder haben wir heute gemacht. Eins habe ich nochmal mitgenommen, neu abgeklebt, grundiert, nächste Woche machen wir das nochmal. Die Bilder sind sehr schön, aber genauso schön war es diese Bilder zu malen, ungefähr eine Stunde haben wir an jedem Bild gemalt, den ganzen Vormittag schien die Sonne in den großen Raum, fröhlich, lustig, heiter sind wir dabei geworden. Und ich bin ein bisschen wehmütig geworden, schade dass man nicht jeden Tag so malen kann. In einem großen Raum, mit Leinwänden und guten Farben und lustigen Kindern.

18.1.14

Wenn ich einen Garten hätte

Heute morgen habe ich im Lesebuch von Pauline ein schönes Gedicht gefunden. Ursula Wölfel: Wenn ich einen Garten hätte. Wie der dann wäre. Ich schreibe jetzt nicht das ganze Gedicht ab, ein paar Stichworte, weil mir dieser Garten sehr gefällt: Wie ein Urwald, Blumenwiese, mit einem Bach mittendurch, eine, nein zwei Hütten, ein Baumhaus, da drin ein Ofen zum Kochen, ein Gemüsegarten, die Bäume rauschen, mit Freunden Geschichten erzählen, sich im Bach waschen, so sähe der Garten von Ursula Wölfel aus.  Wie sähe euer  Garten aus, wenn ihr einen hättet und dürftet bestimmen, wie der sein soll?, das will ich die KINDERBUCHKUNST- Kinder fragen. Und dann machen wir ein Pop-up Buch. Ein großes. Nix virtuoses, so einfach wie es geht. Mehr erzählen, phantasieren von diesem Garten. Und weil ich alles, was ich den Kindern vorschlage auch selber mal gemacht haben muss, habe ich heute morgen damit angefangen. 

So weit nur bin ich heute gekommen. Morgen geht es weiter. Ein Haus kommt dazu. Ein buntes Haus.

14.1.14

Im Garten arbeiten

Heute morgen, bevor es hell wurde habe ich schon geschrieben. Emails, Briefe, Projektanträge, Absichtserklärungen, Notizen. Dann bin ich in den Garten gegangen, in  unseren kleinen Garten. Die Akazie haben wir vor ein paar Tagen geschnitten. Die Zweige, Äste liegen da noch immer rum. Also, die Stiefel angezogen, alles vor die Haustür getragen, mit einer Schnur zusammengeschnürt, unter den Arm geklemmt, ab zum Friedhof, da  darf man so was abladen. 
Kalt war es mir. Die Hände an den rauhen Ästen, ich hätte Handschuhe anziehen sollen. Alle zwanzig Meter den Tragearm wechseln. Langsam gehen. Die kalte Luft ist schön. Zwanzig Minuten bis zur Grünabladehalde. Ich finde eine Abkürzung und da, um eine Biegung herum scheint mir genau ins Gesicht: die Sonne. Ich muss  auf den Boden schauen, kann nur meinen nächsten Schritt weit sehen, weiter muss ich jetzt meinen Tag auch nicht planen, das Denkdrehkarussell bleibt stehen, herrlich, nach all dem Büroschreibkram werde ich durch: Den-Garten-aufräumen wieder in eine Mitte gegangen.




12.1.14

Niemand braucht mehr ein Herbarium.

Online kriegt man alles was man über Blumen, Bäume, Pflanzen, Blätter wissen will viel besser. Größer, schöner und genauer. Ein Herbarium machen ist eine total antiquierte, nutzlose Tätigkeit. Und wie viel Zeit man dafür haben muss! Raus gehen in den Garten, sich umsehen, die Blumen zur rechten Zeit abschneiden (wenn sie ein bisschen Sonne gesehen haben), nicht alle abschneiden, Zeitungen sammeln, die Pflanze zeichnen, damit man die einzelnen gepressten Teil wenn sie getrocknet sind wieder zusammenbringen kann (die Blume, die Blüte trocknet, verändert ihr Aussehen, wie viel kann ich erhalten?), manche Blüten brauchen 14 Tage bis sie getrocknet sind, jeden Tag neues Papier benutzen,dann ein Buch binden, ein Album Buch, ähnlich wie ein Fotoalbum, so viel Zeit braucht man dafür! Wenn ich dann aber so ein Herbarium mache, dann habe ich plötzlich alle Zeit der Welt, bin raus aus der Zeit, auch aus dieser schnellfinanziellnützlichen Zeit. Bin im Garten.  In a dry garden.  Woanders. Eine Zeitreise, staunen und wundern, schau dir mal diese ganz kleinen Blütenformen an, wenn die bunte Blüte gerade erst entsteht! Und die winzigen Blätter! Wie die Farben sich verändern! Das Gelb leuchtet immer mehr, wie die Sonne. Das Rot wird braun, das Blau, das Violett fast schwarz. Die Primeln sind in den letzten Tagen gekommen, und jetzt gibt es in der Nacht Frost und sie werden verschwinden. Aber bald geht der Frühling richtig los.