21.1.13

Skizzenbuch bei minus drei Grad

Es ist einfach zu kalt um draussen zu zeichnen, weil mir nicht nur die Finger einfrieren, ich seh auch nix. Also laufe ich lieber los, gehe eine weite Strecke, dass mir warm wird und zeichne dann im Haus weiter.

17.1.13

Immer noch Schnee

Mein Blick aus dem Fenster, oben im Haus, in der Dämmerung heute morgen, Papierweiß und Bleistiftgrau die Welt: wie gezeichnet! Und als ich dann später selber angefangen habe zu zeichnen, immer noch mit diesem Blick aus dem Fenster, haben mir der Schnee, die Häuser, die Bäume und Büsche eine neue alte Zeichenweise vorgeschlagen, diktiert sogar: Wenn du diesen Blick, Augenblick, Anblick, Eindruck, dieses Gefühl, diese Freude zeichnen willst, dann nur so.Also ist es so, dass ich gar nicht zeichne? Sondern irgendetwas zeichnet? Oder wir alle zusammen zeichnen? Der Schnee, die Häuser, der Garten? Und dann kommen noch alle dazu, die vor mir gezeichnet haben. Und die, die heute zeichnen und mir ihre Bilder zeigen. Ein gutes Gefühl! Danke, Freunde!

15.1.13

Es hat richtig geschneit!

Sechs Uhr. Ich bin zum Schnee schaufeln raus und da wars ganz still vor dem Haus. Schneestille. Dann hab ich angefangen Schnee zu schaufeln, dann kam ein Nachbar dazu, guten Morgen, dann hat der angefangen, dann noch einer, aber trotz all dem Schneeschaufeln wars immer noch still. Wie in meinem phantasierten italienischen Bergdorf. Dann flog hoch oben ein Flugzeug  und dann kam der erste Bus vorbei.
Am Mittag bin ich in die Stdt gefahren und da war schon alles wieder vorbei. Nur noch Schneematsch. Aber es soll ja heute abend, heute nacht wieder schneien. Mal sehen.

14.1.13

Heute hat es ein wenig geschneit

Pauline und ich sind zum Supermarkt gegangen. 20 Minuten ungefähr. Als wir losgingen, haben wir beide gedacht und auch zusammen gesagt: " Sollen wir übern Friedhof gehen, da ist immer am meisten Schnee und alles ganz weiß?" Unterwegs haben wir uns überlegt, wie das wohl wäre, wenn es mal so dolle schneien würde, das niemand mehr das Haus verlassen könnte. Die Schule fällt aus, keiner kann zur Arbeit, man bleibt lange im Bett, liest dicke Bücher, schaut Fernsehen, backt Brot und Kuchen, lebt von den Vorräten in der Kühltruhe und schaut aus dem Fenster.
"Ich fände das toll!", sagt Pauline. "Dann muss ich nicht in die Schule."  
Ich fände das auch toll, ich stelle mir vor, dass das Leben dann langsamer und stiller würde. So wie in einen kleinen Berdorf in den italienischen  Alpen. Einmal am Tag kommt ein Nachbar vorbei. Kaffeetrinken. Sich ein Kilo Mehl ausleihen. Für ein Ciabatta Brot. Ein ruhiges, friedliches Leben. Meine Güte, Klaus, dafür brauchste doch kein Schneeunwetter. So was findet im Kopf statt. 

12.1.13

Zu früh aufgewacht.

Fünf Uhr. Dunkel, Stille. In den Nachbarhäusern noch kein Licht. Nur die Straßenlaterne. Ich trinke Kaffee. Heute ist Samstag. Die Busse fahren auch noch nicht und bis jetzt noch kein Auto, das vorbeifährt. Allein am Küchentisch. Und dann leisten mir die Dinge Gesellschaft, die nützlichen und die unnützen, die wertvollen und die alltäglichsten Dinge werden meine Freunde und beschützen mich. Und dann fange ich an zu zeichnen bis ich im Haus Geräusche höre. Aha, jetzt ist sie aufgewacht.  

9.1.13

Treppenmusik oder weniger ist mehr

Ich hab ne neue Gitarre. Ein Weihnachtsgeschenk. Kein Superding, aber man kann darauf spielen. Alles was ich so spieltechnisch drauf habe, das geht mit diesem Instrument. Anders als bei der kleinen blauen Gitarre, die ich mal für 25 Euro in Middelburg am holländischen Meer gekauft habe. Ich hab davon schon mal erzählt: HIER.    Auf der kleinen blauen gehen zum Beispiel keine Barreegriffe. Ab dem 5. Bund ist Feierabend. Die Möglichkeiten dieses Instrumentes sind eingeschränkt. Aber nun merke ich, dass mir zusammen mit der kleinen Gitarre viel mehr einfällt, dass wir beide wunderbar, phantasievoll zusammen improvisieren können. Auf der neuen großen geht das nicht so. Oder vielleicht, noch nicht. Gerade weil die kleine Gitarre nicht so viele Möglichkeiten hat, fällt mir mehr ein. 
Vor ein paar Jahren habe ich auf einem Flohmarkt für fünf Euro eine Kalimba gekauft, habe die gestimmt, so wie es mir gerade eingefallen ist, wie es mir gerade gefallen hat, und dann habe ich darauf gespielt. Für mich, zu meiner Freude,  habe Töne, Rhythmen, Melodien erfunden, bin oft auf unserer Treppe im Haus gesessen und habe wer weiß wie lang der Musik zugehört.   Selbstvergessen, sozusagen. Und die Musik war gut, weil sie mir gutgetan hat. Und dann später irgendwann, hab ich gedacht, warum spielste nicht so auch Gitarre? Du beschränkst deine Möglichkeiten, um mehr machen zu können. Und ist das nicht ein Bild?, ein Gleichnis? für alles was ich so mache? Ich zeichne nur noch mit Bleistift, einfache Zeichnungen, zeichne in ein einfaches  Buch, zeichne oft dieselben Situationen und merke dabei, das mehr möglich ist. Weniger ist mehr. Ja, ja, merk dir mal, Klaus!

2.1.13

Weihnachten ist vorbei,

das neue Jahr hat angefangen, Christa ist wieder in den Kindergarten gefahren, Pauline ist mitgefahren , die trifft sich heute mit einer Kindergartenfreundin, Amon ist bei Oma und Opa geblieben, ich bin heute wieder allein im Haus. Und weil nix anderes zu tun war, bin ich als Buchbinder zum Praktikermarkt gefahrten. Das mache ich nämlich gerne. Leute, seit vierzehn Tagen experimentiere ich, wie man Papier auf Baumwolltuch laminiert, schlimm lauter Fehler, aber jetzt weiß ich wies geht. Glaub ich jedenfalls. Ich werde berichten. Ich bin mit dem Fahrrad gefahren. Und dann suche ich mir immer einen Weg, der ist meistens ein Umweg, ein Weg, wo ich das Gefühl haben könnte, ich lebe ein bisschen auf einem Dorf, dörfliche Augenblicke, das Fahrradfahren ist nicht gefährlich, keine Autos, ich kann gedankenverloren dahintrudeln und mir die Welt ansehen. Das Skizzenbuch ist sowieso immer im Rucksack dabei. Von unserem Haus, an der alten Schule vorbei, dann durch die kleine Siedlung, dann habe ich heute noch einen Feldweg gefunden, alles ist noch graubraun, die Felder und Äcker, dann gibt es einen Hohlweg, da entlang und irgendwann war ich dann an meinem Baumarkt. Einmal ist mir durch das viele Laminierenexperimentieren der Kleister ausgegangen. Und dann brauchte ich zwei 50 x 70 beschichtete Hartfaserplatten. Ich glaube jetzt könnte es klappen. Morgen erzähle ich euch. Bis dann. Dran bleiben, stay tuned.

1.1.13

Eine Insel mit zwei Bergen

Herr Turtur, ich bin mir nicht sicher, ob ich den Namen richtig schreibe, Herr Turtur ist ein Scheinriese und wohnt in der Wüste. Herr Turtur ist der mit dem langen Bart auf Bild hier drüber. Ein Scheinriese, das heißt, wenn man ihm in der Wüste begegnet, wenn man ihn in der Ferne entdeckt, wenn er weit weg ist, dann erscheint er als ein Riese. Wenn er uns dann näher kommt, wird er immer kleiner und wenn er uns zum Anfassen nahe ist, dann ist er genauso groß wie wir. Gilt das nicht für viele Vorgänge und Situation in unserem Leben? Oder anders gefragt, sind wir nicht alle irgendwie Scheinriesen? Ich will mir fürs neue Jahr nix vornehmen, bloß keine Absichtserklärungen, aber darüber will ich doch mal nachdenken. Also, an alle: EIN FROHES NEUES JAHR.