21.11.12

Skizzenbuch 21.11.

Das oben bin ich. Beim Laubfegen. Ich sehe ein bisschen blöde aus, aber ich mache das wirklich gerne. Der Nachbar von gegenüber zum Beispiel nicht. Der hat auch einen Baum vor der Haustüre, der hatte viele, viele Blätter. Dann war ich aufm Schulhof, als das Gymnasium Pause hatte, das Grünflächenamt hat sich um das Laub im Park gekümmert, dann hat jemand eine Knolle bekommen, und dann haben wir auf dem Rückweg an der Haltestelle 20 Minuten auf den Bus gewartet.

20.11.12

Einfach zeichnen

Draussen zeichnen. Mit kalten Händen schnell zeichnen. Um diese Jahreszeit mit dem Fahrrad unterwegs. Das Schöne an diesen Zeichenbücher ist, dass ich es aufmachen, darin zeichnen, es dann wieder zumachen kann und dann verschwindet das Buch irgendwo im Haus. Vielleicht finde ich es wieder. Irgendwann. Also, keine Zeichnungen für eine Ausstellung, für einen Wettbewerb, eine Bewerbung, kein Sich-Beweisen-müssen, Kein Fertig-werden-müssen, einfach Zeichnen. Ein tägliches, alltägliches Bedürfnis. Eine Art Selbsttherapie? Kann sein.

19.11.12

Tri Tra Trullala

Heute habe ich auf der Kinderinsel die Dekoration für das Kasperstück zu Ende gemalt. "Was machst du denn da?" haben mich die Kinder gefragt. Durfte ich ja nicht verraten, weil das Kasperstück ist noch ein Geheimnis. Aber am Freitag kommt der Kasper bestimmt. Bringt seine Freunde mit, den Seppel und die Gretel. Die Kinder haben Eintrittskarten gemalt und ein Plakat. Noch hat keiner gemerkt, dass das Ziffernblatt auf der Standuhr, die gehört in das Wohnzimmer der Hexe, total falsch ist. Die Standuhr ist ne echte Rollhex. Das ist nen Witz, kein Tippfehler! Roll-Hexe. Wegen Rolex. Kapiert man nicht , oder?

13.11.12

HerbstLaubEntenMövenWeiherSonnenLichtIdylle

Seit ein paar Wochen geht Pauline jetzt in die Montessori Schule und immer noch, wenn ich sie abhole bin ich viel zu früh da. Mit dem Auto bin ich eine halbe Stunde zu früh, mit dem Bus eine dreiviertel Stunde. Dann gehe ich durch diesen kleinen Park, an dem Weiher vorbei zur Schule. Wunderschönes Herbstwetter war gestern, goldgelb spiegelt sich das Herbstlaub in dem Weiher, die Möven versuchen den Enten das Futter abzujagen, ein paar Tauben wackeln gemütlich durch das Durcheinander. Nur ein paar Leute sind unterwegs, einige sitzen noch auf der Wiese am Weiher, schauen in die Sonne,  auf den Wegen Berge von Herbstlaub, herrlich zum durchschlurfen, die Leute vom Grünflächenamt sind jetzt jeden Tag da. Ein beschauliches, friedliches Bild. Und dann gehe ich da durch, komme auf die große 4spurige Straße, an die Kreuzung, laut ist es, viele Autos fahren zu schnell, über die Straße fangen Geschäfte an, Billiggeschäfte, Kioske, die auch Bohrmaschinen und Handys verkaufen, viele Geschäfte, die schon lange nichts mehr verkaufen, die Schaufenster sind ein sehenswertes Rätzel, da kriegt man Geschichten erzählt und dann immer wieder Imbissbuden, wo ich mir garantiert nichts zu essen kaufen würde, natürlich alle 10 Meter ne Apotheke und eine Bäckerei, Verkehrsschilder und Reklame ohne Ende, geheimnisvolle Zeichen, ein totales Chaos, ja und da, an der Stelle  fange ich dann an zu zeichnen. So eine HerbstLaubEntenMövenWeiherSonnenLichtIdylle krieg ich irgendwie nicht hin. Schade eigentlich.

12.11.12

Stiftepunk

Ich bin so was wie ein Papier- und Stifteidiot. Ich kann von all dem Punk nichts wegwerfen. Im Gegenteil, wenn ich in der Stadt unterwegs bin und sehe in einem Geschäft Buntstifte, Filzstifte, Bleistifte, Gelstifte, Malkreiden, dann kaufe ich die oft. Obwohl wir die gar nicht brauchen. Das sind ja richtige Schätze. Ich brauchte einen Goldstift und ta ta ta taaa in der Kiste habe ich einen gefunden. Nur einen. Dafür aber 6 verschiedene Hauttöne! Kostbarkeiten! Unersetzlich! Die Filzis sind fast alle halb eingetrocknet, aber dann sind die ja oft erst richtig gut. Manchmal hebe ich sogar die abgebrochenen Minen von den Buntstiften und Bleistiften auf. Mit so einem Stummelfitzel kann man nämlich auch noch toll kritzeln. Ich glaube es gibt irgendwo im Haus noch zwei von solchen Tekendoosen. Und dann gibt es zwei Umzugskartons voll mit Papierresten. Aber davon ein andermal. So: Stay tuned!

11.11.12

Mahalo

Mahalo ist hawaianisch und meint ungefähr: Ich danke dir. Ich habe diese kleine Gitarre, ca 70 cm, in Middelburg gekauft. Vor ein paar Jahren. Wir haben Urlaub am holländischen Meer gemacht und da hab ich sie in einem Geschäft gesehen. Eine hellblaue Gitarre für einen hellblauen Strandhimmel habe ich gedacht. Nur 20 Euro. Aber dann hat es angefangen zu regnen, wir sind sogar früher als geplant nach Hause gefahren und die Gitarre war niemals am Strand. Zu Hause sind wir dann Freunde geworden, obwohl 2 richtige Gitarren da sind.  Das schöne an so einem Instrument ist ja, dass manche Sachen nicht gehen. Barreakkorde zum Beispiel. Also muss man einfacher, schöner, gefühliger werden, dann können wir auch Jazz oder Rock Improvisationen. Am liebsten spielen wir beide aber Songs, das können wir besten. Octopussys  garden, Here comes the sun, All my loving, Under the boardwalk, Jack Johnson, also meistens Songs, die was mit dem Meer, der Sonne und den Ferien zu tun haben.  Einmal am Tag Ferien machen, Mahalo, einmal am Tag mit Musik an den Strand gehen.

Der blaue Hund. Ein Gedicht von Peter Hacks. Zeichnungen: Klaus von Mirbach

2.11.12

Halo Mama

Am Montag hat die Christa mit dem Fahrrad einen Unfall gehabt. Jetzt geht es ihr wieder gut. Aber ein Zahn fehlt. Das ist natürlich schlimm. Das sagen alle. Auch die Pauli. Das ist schlimm, sagt sie, aber das sieht auch irgendwie lustig aus, weil ich genau an der gleichen Stelle einen Wackelzahn raus habe. Und dann hat sie die Christa gezeichnet.

Glückszeichen

Heute morgen als ich das Fenster öffnete war starker Wind und als die Müllabfuhr die Tonnen gelehrt hatte, rollen die über den Bürgersteig und auch bis auf die Straße und als ich dann nach oben schaute, flog genau über unser Haus ein Graureiher. Wind, Mülltonnen, Graureiher: Glückszeichen.

1.11.12

Die Vorlieben sind der beste Ausgangspunkt, Gerhard Gollwitzer

Aus einem ResteFragmenteEphemeraPapiermüllKünstlerbuch: Zitate von Gerhard Gollwitzer. Ich glaube aus: Die Kunst als Zeichen. Als Kind habe ich mir seine Bücher aus der Stadtbücherei ausgeliehen, an den Stempeln im Buch habe ich gesehen, dass ich fast der Einzigste war, der diese Bücher gelesen hat, das hat mich gefreut. Ich habe diese Bücher gelesen, habe mit ihnen gearbeitet, habe vielleicht nicht alles verstanden, aber die Bücher waren mir so wichtig, dass ich manchmal glaube, ich hätte Gollwitzer persönlich kennengelernt. Manches würde ich heute anders sagen, empfinden, denken, aber immer noch sind mir die Texte wichtig und wenn ich über ein neues Projekt für eine Schule einen Kindergarten nachdenke, dann lese ich noch mal und ziehe selber ein paar gerade Striche über ein großes Blatt Papier. 
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