31.8.12

Der alte Pflaumenbaum

"Der alte Pflaumenbaum (....) ist sehr ungezwungen. Er blüht ganz plötzlich und trägt von selbst Früchte. Manchmal macht er den Frühling und manchmal den Winter. Manchmal holt er einen tobenden Wind und manchmal einen heftigen Regen. Manchmal ist er die Stirn eines einfachen Mönchs und manchmal das Auge des ewigen Buddhas. Manchmal erscheint er mit Gräsern und Bäumen und manchmal ist er nur ein reiner Duft." Nochmal ein Zitat aus: Dogen, Shobogenzo, zitiert nach Byung-Chul Han , Philosophie des Zen-Buddhismus, Reclam.

30.8.12

Die Berge schweben über den Wolken

"Die Berge schweben über den Wolken und wandern durch den Himmel. Die Gipfel des Wassers sind die Berge; das Wandern der Berge, aufwärts und abwärts, geschieht ständig auf dem Wasser. Weil die Zehen der Berge über alle Arten des Wassers wandern können, wobei sie das Wasser zum Tanzen bringen, ist das Wandern frei in allen Richtungen..." Zitat aus: Dogen, Shobogenzo, zitiert nach: Byung-Chul Han, Philosophie des Zen-Buddhiusmus, Reclam 2002.

27.8.12

Über die Dörfer

Heute morgen hat Christa uns mit dem Auto an die Schule gefahren, auf den großen Parkplatz, von da aus geht man 5 Minuten durch den kleinen Park und schon ist man an der Schule. Ganz allein geht Pauline in ihre Klasse. Bravo. Die ist mutiger als ich. Unterricht bis 13.20. Die letzten beiden Stunden Sport. Was jetzt? Ich habe noch keinen Rhythmus, keinen Plan am dritten Schultag, wie geht es denn jetzt weiter? In die Stadt bin ich gegangen, hab was eingekauft, dann kam der Bus zurück in unser Dorf nicht, d.h. er kam erst wieder in 20 Minuten, ist mir vor der Nase weggefahren, und außerdem ist unser Dorf gar kein Dorf, der Stadtteil liegt nur ein bisschen ausserhalb, aber ich würde mir wünschen, dass es ein Dorf ist, weil ein Dorf ist übersichtlicher, aber wenn ich jetzt zu Fuss nach Hause gehe, kann ich meinen Weg so gehen, dass die Gegend wenigstens ein bisschen wie ein Dorf aussieht, dann gehe ich ungefähr eine Stunde. Im Rucksack habe ich dabei, auch wenn ich gar nicht vorhabe es zu benutzen, mein Zeichenbuch: Ein paar lose Blätter, zu Folios gefalzt, zwischen zwei passenden Deckeln Graupappe, mit zwei Gummiringen zusammengehalten. Und eine Blechkiste mit Bleistiften, Anspitzer und Radiergummi. Die Radiergummis brauch ich eigentlich nicht mehr. Seit ein paar Wochen schon  zeichne ich so, dass nicht mehr radiert wird. Und nur noch mit Bleistift. Einfacher ist besser. Wenn ich diese Sachen mit mir habe, dann fühle ich mich sicherer, irgendwie vielleicht auch mutiger. Wieso das denn?! Ja, schwer zu erklären.

22.8.12

On the margin

Heute ist der Austellungskatalog aus Dänemark, aus Doverodde, Book Arts Festival IV gekommen. Im März hatte ich das Buch gearbeitet.  Den Katalog kann man sich auch online anschauen: HIER    Ich meine so ein Katalog ist ja was schönes, aber eigentlich kann man von den Büchern nicht viel sehen, logisch, ich würde sie gerne in die Hand nehmen und hören welches Geräusch die Seiten beim umblättern machen. Nun ist der Katalog ja auch wieder ein Buch, ich habe darin neinen Text von Ahlrich van Ohlen gefunden, den ich sehr schön finde, ich glaube, ich darf den hier zitieren: 

"On the margin
Where decay initiates new growth-Where change shows more reluctantly-Where fruit grows for everyone- Where invisible eyes follow you-Where something new keeps appearing- Where thoughts hover in the air-Where no flags mark property-Where the eye cannot be detained-Where striving is searching-Where straight lines have no place- where paths get lost-Where the clouds drift lower-Where birds form spirals in the air-

Where you feel at home
because here you can lose yourself
because here you can find yourself "



Noch was. Morgen fängt für Pauline und mich die Schule an. Wir haben schon mal unser Fahrrad rausgeholt, die Schule ist nämlich etwas weiter weg, aber mit dem Ding sind wir  echt schnell. Also los gehts.