29.6.12

Tatsuta Fluss mit Ahornherbstlaub

Der Maler Hokusai wurde einmal vom Stellvertreter des Kaisers beauftragt, er müsse vor seinen Augen ein Bild malen. Hokosai nahm eine lange Papierbahn, einen Eimer mit blauer Farbe, einen Besen und zog damit ein langes blaues Band über das Papier. Dann ließ er einen Hahn, dem er die Füsse rot angepinselt hatte, über das Papier laufen. Auf die Frage des Shoguns, was das denn sein sollte, sagte Hokusai: Das ist ein Bild von unserem Tatsuta Fluss mit Ahornherbstlaub. 

Pauline und ich haben heute wieder mal vor unserem Haus gezeichnet. 2 Stunden lang. Was für ein Spaß!

Noch was: Das Haselnussduschenprojekt fällt aus. Interessiert niemanden. Vielleicht haben die meinen post von gestern gelesen.

28.6.12

Matsuo Basho: Berge und Garten sind bewegt und sie rücken in das Sommerhaus

Eigentlich will ich gar keine Haselnussdusche machen. Ich möchte was machen, in einem Garten was machen und  dabei unendlich langsam auf ein Gefühl zubewegt werden, wie es ein Haiku von Matsuo Basho auslöst. Oder ein Holzschnitt von Hokusai. Oder ein Film von Thomas Chung. Das darf ich aber niemandem sagen, sonst macht keiner mehr mit und alleine schaffe ich es nicht, eine Haselnussdusche zu bauen.

12.6.12

Ein Haus mit einer Sonne und nem Schmetterling.

Ein Haus mit einer Sonne und nem Schmetterling. Das ist es was die meisten Kinder im Kindergarten zeichnen. Wieso können alle Kinder ein Haus zeichnen? Oder: Wieso zeichnen alle Kinder dasselbe Haus, dieselbe Sonne, denselben Schmetterling? Und: Wie kann man die Kinder an die Hand nehmen, mit ihnen um eine Ecke gehen, dass sie was Neues sehen und wie kann man ihnen Mut machen, dieses Neue dann zu zeichnen? Wie auch immer zu zeichnen. Es gibt dann kein richtig und falsch mehr. Aus der Anschauung heraus zeichen: Wie sieht der Stamm aus, wie gehen die Äste vom Stamm ab, wieviele sind es, wo sind die Zweige? Sich also den Baum genau anschauen, sich Zeit lassen, beobachten und dann das, was ich verstanden habe, aufzeichnen.  Und dann, Waldwoche auf der Kinderinsel:  Wie zeichnet man eigentlich einen Wald? Viele Bäume, haben die Kinder sofort gesagt. Und das haben sie dann auch gezeichnet. Auf einer Postkarte. Wir haben die Adressenliste mitgenommen, Briefmarken gekauft und die fertigen Postkarten in den Briefkasten geworfen: Liebe Mama, lieber Papa, viele herzliche Grüße aus dem Wald. Die Postkarte oben hat E.(6 Jahre alt) gezeichnet. Gefällt mir echt gut.