22.9.16

Kindermärchentraumland

15 Minuten nach 11. Das erste Haus ist fertig. Seit halb 8 war ich beschäftigt , und bei der Arbeit komme ich dann woanders hin, in so ein Märchenkindertraumland, vergesse alle Sorgen, Befürchtungen, werde friedlich, die Welt, das Leben ist plötzlich wunderschön, wie in einem Bilderbuch. Goethe: Man kann mit nichts so sehr der Wirklichkeit entfliehen, wie mit Hilfe der Kunst. Ich habe im Skizzenbuch eine Menge Häuser ausprobiert, alte Häuser, habe mir im Internet Filme angesehen, den Film gestoppt und gezeichnet. Viele alte Bauernhäuser aus Bayern. Eins war da mit einem Taubenschlag im Giebel. Gibt es das heute noch? Ich würde das gerne mal in echt sehen, wie da die Tauben rein und raus fliegen. Die Pauline sagt, Papa, können wir das nicht bei unserem Haus  auch machen? Der gefällt das also auch. Ich zeichne ins Skizzenbuch viele solche Details, ein bisschen was davon wird in diese Adventshäuser kommen.  Und jetzt muss ich aufräumen, mein Güte, sieht schlimm aus, dabei ist es so ein kleines Haus.

20.9.16

Adventshäuser

Als wir solche Häuser zum ersten mal gebaut haben (siehe den post hier drunter), haben wir es nicht geschafft, 24 Stück zu bauen. Weil wir zu spät angefangen haben. Es sollte nämlich ein Adventskalender werden. Die Hausnummern wären dann die Dezembertage gewesen und in dem Haus wären dann die Überraschungen. Vielleicht schaffen wir es diesmal. Drei Gebäude gibt es schon. Fenster und Türen werden wir extra auf Papier malen, die Häuser kriegen eine schöne Farbe (erstmal haben wir sie nur weiß grundiert), dann kleben wir die Fenster und Türen auf und was sonst noch zu sehen ist.
Und dann hatte ich die Idee, ich mache das mit den Kindern auf der Kinderinsel. 80 Kinder bauen ein Haus, wir bauen ein ganzes Dorf, in der Turnhalle, eine Straße, die geht man, es ist dunkel und kalt, die Häuser sind beleuchtet,  vielleicht stellen wir einfach eine Taschenlampe rein, man hört leise Weihnachtsmusik,  geht die geschwungene Dorfstraße bis man an einen großen Platz kommt hinter der Kirche, und da kann man sich setzen und Adventslieder singen, oder Weihnachtsgeschichten lesen, oder Kakao trinken und auch in diesem Dorf wären die Hausnummern die Adventstage mit kleinen Geschenken, Schokolade, selbstgebackenen Zimtsternen, meine Güte Klaus, es ist erst September!!! Ja man kann nicht früh genug damit anfangen!!! Vielleicht liest das ja auch die ein oder andere Erzieherin von der Kinderinsel. Mal sehen, was die dazu sagen.

11.9.16

Die Pauline und ich wollen noch mal solche Häuser bauen, die wir vor 100 Jhren schon mal gebaut haben und deshalb haben wir uns diese Bilder hier hingebeamt, von Google. Die speichern alles.

Kopfstecklinge

Kopfstecklinge. Zwölf mal Strauchmalven, zwölf Sommerflieder, 4 Forsythien, 4 Rosen, sehr schöne einfache, rote, 4 mal Salbei, auch sehr schön, wunderschönes blau. Pause. Und dann sitz ich da und schau mir alles an, höre wie die Pauline hinter mir auf dem Tisch mit einem Pinsel im Wasserglas klimpert, sie malt ein kleines Holzhaus an und ich höre wieder mal die Kirchenglocken, rieche die Schafgarbe und dann sehe ich einen Strauch, der muss noch umgesetzt werden, die Vergissmeinnicht müssen an die richtige Stelle, der Rasen könnte auch wieder geschnitten werden, lauter ganz wichtige Arbeiten fallen mir ein und Meditation wäre in diesem Falle einfach sitzen zu bleiben, weiter zu kucken und jeden Was-ich-noch-unbedingt-heute-sofort-dringend-machen-muss-Gedanken wie die Wolken vorrüber ziehen lassen und einfach nix zu tun. 

10.9.16

Eine traurige Geschichte

"Wißt ihr eigentlich, dass ich heute Geburtstag habe?", fragte die schwarze Katze. 
"Wie alt wirst du denn?", fragte das Steckenpferd. 
"Ich werde schon 105 Jahre alt", sagte die Katze. 
"Das kann ja gar nicht sein", sagte Hansi die Gartenhausamsel. "Dann hättest du ja meinen Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater gekannt.
Da bekam die Katze es mit der Angst zu tun, sprang auf den Baum, von da über den Zaun ins Nachbargrundstück, ketterte da über die Mauer, sprang durch den Holunderbusch auf der anderen Seite auf den Bürgersteig, lief über die Straße und wurde da genau an ihrem hundertfünften Geburtstag von einem Postauto überfahren. "Ja, ja", sagte das Steckenpferd und da hatte es verdammt Recht.

8.9.16

Nur Zeichnen

Gestern Abend. Die Sonne. Herbstsonne und Herbstluft. Es riecht wieder wie ich ein Kind war. Friedlich und ruhiger atmen. Dann plötzlich versuchte ich mir vorzustellen, wie sieht der Garten wohl im Winter aus? Im Sommer kann ja jeder den Garten schön finden. Warum gehe ich im Winter nicht so oft in den Garten. Und: wie wäre es, ich würde mir eine Ordnung schaffen und mich überreden, jeden Tag, egal wie das Wetter ist, dort draußen zu sitzen und den Wind, die Vögel, die Wolken, die Sträucher, das was jetzt schon oder noch blüht zu sehen. Die Kirchenglocken  hören. Und dann jeden morgen zeichnen. All das. Nicht gelungene Zeichnungen versuchen. Nur der Versuch, mit dem Zeichnen mehr da zu sein. Sich zu freuen, zum Beispiel über kalte Hände, kalte Füsse und dass da an den Himbeersträuchern immer noch getrocknete Früchte sind. Und verwelkte Blätter. Wie so zeichnen? Ein ungestützter Strich müßte es sein, keine Hilfslinien, keine Fehlermöglichkeit, nur zeichnen. Heute morgen habe ich damit angefangen.

7.9.16

Niwaki=Gartenbäume

Gartenbäume. Japanisch: Niwaki. Wenn ich das richtig verstanden habe, schneiden die japanischen Gärtner die Sträucher und Bäume anders als wir. Wir schneiden da eher botanisch, gärtnerisch, einjährige Triebe, zweijährige, blüht am diesjährigen Holz, ich glaube ich habe das auch ganz gut verstanden. Aber die Japaner schneiden die Bäume so, wie sie sie zeichnen würden. Kucken sich alte chinesische Tuschezeichnungen an und schneiden dann die Bäume. Vielleicht lernen sie auch zuerst, wie man Bäume zeichnet, bevor sie in den Garten gehen. Ich habe zwei schlaue Bücher darüber gelesen und irgendwie schneide ich meine Bäume und Sträucher jetzt auch japanisch. Oder so wie ich sie zeichne. Geht gut.

5.9.16

Zu Hause

Morgens, wenn alle aus dem Haus sind, in der Schule, auf der Arbeit, dann unterhalte ich mich den Dingen, und dann mag ich plötzlich auch all diesen kleinen, billigen Plastikpunk und das ganze Durcheinander.Ein größeres Zeichenbuch,DIN A 4, und schon zeichne ich wieder ganz anders als auf DIN A 5.

3.9.16

Schmetterlingsgedichte

Gestern waren es vier Admirale und sieben Tagpfauenaugen und vier Kohlweißlinge. Heute sind es noch mehr. Ich kann sie nicht mehr zählen. Flattern um den Strauch herum. Verständigen sich die Schmetterlinge eigentlich untereinander? Erzählen  sich, wo noch richtig viel Sommerflieder blüht? Vielleicht Gedichte? Haiku ähnlich? Wieviele werden es morgen sein? Herrlich.

27.8.16

Können Wolken sprechen?

Angefangen das alles mit dem Buch: Der Hund kommt in die Schule, von Christine Nöstlinger. Unbedingt lesen! Bevor der Hund in die Schule kommt und da der neue Lehrer wird, liegt er auf einer Wiese und schaut sich die Wolken an und macht Hirnfotos von den Wolken. Hirnfotos! Großartig! Und dann gibt er den Wolken Namen. Seitdem ich dieses Buch gelesen habe, mache ich das auch, auf ner Wiese liegen und Hirnfotos machen. Einmal habe ich das mit einer ganzen Schulklasse gemacht, Wolken zeichnen und Namen erfinden. Aber dann frage ich mich manchmal, was soll das alles eigentlich? Warum mache ich das? Was sagt mir das? Oder, sagen die Wolken mir was? Können Wolken sprechen oder sind sie stumm und sagen mir, ich könnte auch mal versuchen, etwas ruhiger und stiller zu werden? Jetzt habe ich ein neues Buch angefangen: Wolkengespräche. Skizzen erstmal, Versuche. Wenn ich nämlich genau hinschaue, kann ich hören was die Wolken sagen. Häh?